Dienstag, Oktober 13

Sie sind klein, günstig, oft unscheinbar – und dennoch überall im Einsatz: elektronische Kleingeräte. Viele davon werden impulsiv gekauft, manche nur kurz genutzt, etliche falsch entsorgt. Sei es, weil sie nicht als Elektrogeräte erkannt werden oder fürs Recycling zu wertlos erscheinen. Dass dabei wertvolle Rohstoffe verloren gehen und das Risiko von Bränden steigt, zeigt SENS eRecycling, die sich am International E -Waste Day vom 14. Oktober 2026 gemeinsam mit anderen globalen Organisationen dem Phänomen Fast Tech widmet.

Der Begriff Fast Tech zieht bewusst eine Parallele zu Fast Fashion. Wie einstgünstige und trendige Kleider weltweit das Konsumverhaltender Menschen veränderten, greifen wir mittlerweile genauso impulsiv zu günstigen Elektronikprodukten. Das zeigt eine aktuelle Studie des WEEE Forum(siehe Infobox): 77,6% der insgesamt 10245 Befragten aus zwölf europäischen Ländern haben in den vergangenen zwölf Monate mindestens ein Fast-Tech-Gerät gekauft. Die Geräte wurden zwar meist für den Gebrauch im Alltag oder als Ersatz angeschafft. Nicht selten war der Kaufgrund auch, eine neuere Version zu wollen. Häufig kauften die Befragten auch Technik- oder Lifestyle-Artikel ohne echten Bedarf: Etwa Mini-Ventilatoren, Insektenvernichter, elektronische Spielzeuge, Hygieneartikel oder kleinelektronische Alltagsgadgets für sich selbst oder das Haustier.

Unterschätzt und zu billig: Warum Fast Tech oft gehortet wird oder im Müll landet

Fast-Tech-Produkte wirken auf den ersten Blickwertlos: Sie sind billig, überall erhältlich und bestehen zu grossen Teilen aus Plastik. Dass sie elektronische Komponenten enthalten und deshalb wie Waschmaschinen oder Kühlschränke ins Recycling gehören, ist vielen nicht bewusst. Der niedrige Preis – oft befeuert durch ausländische Online-Plattformen – verändert zudem auch den Umgang mit den Elektrogeräten an ihrem Lebensende: 38,6% der Befragten entsorgten das kurzlebigste Fast-Tech-Gerät aus ihrem Besitz, ohne es zu nutzen, nach einmaliger Nutzung oder innerhalb eines Monats nach dem Kauf. 15,5% der Käuferinnen und Käuferhorten alle ihre nicht mehr genutzten Geräte zuhause. 26,9% entsorgen sie falsch, entweder im Hauskehricht, im Plastikmüll oder in öffentlichen Abfalleimern. Zwar schneidet die Schweiz im Vergleich am besten ab– in keinem anderen der untersuchten Länderrecyceln oder verschenken die Befragten ihre Geräte so konsequent. Doch auch hierzulande bleibt viel Potenzial ungenutzt.

Wertvoll und brandgefährlich: Deshalb gehört Fast Tech ins Recycling

Ob zuhause gehortet oder falsch entsorgt: «Mit jedem Gerät, das nicht zurück in den Kreislauf gelangt, gehen bedeutende Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium oder seltene Metalle verloren, die für die Produktion von neuen Geräten genutzt werden könnten», erklärt Nando Ernevon SENS eRecycling. Er weist darauf hin, dass allein im Jahr 2025 durch die Sammlung und das Recycling von Kleingeräten1000 Tonnen Aluminium, 20 000 Tonnen Eisen und 700 Tonnen Kupfer zurückgewonnen werden konnten.

Ein weiteres Problem ist, dass Fast-Tech-Geräte oft Lithium-Batterien enthalten. Werden diese im Kehrichtwagen gepresst oder in Anlagen beschädigt, können sie Feuer fangen. Immer wieder kommt es deshalb zu Bränden in Entsorgungsfahrzeugen sowie in Abfall- und Recyclinganlagen. Nando Erne rät daher, ausgediente Geräte weder in den Kehricht zu werfen noch in der Schublade liegen zu lassen, sondern sie rasch zu recyceln. Für kleine Geräte empfiehlt erden praktischen Electro Recycling Bag. Dieser kann wie der Vape Recycling Bag für E-Zigaretten zuhause im Briefkasten deponiert werden, wo ihn die Post abholt. Alternativ können sämtliche Elektrogeräte kostenlos in Verkaufsgeschäften, die ähnliche Geräte verkaufen, zurückgebracht oder an über 630 SENS-Sammelstellen entsorgt werden.

  1. International E -Waste Day (IEWD) – 14. Oktober 2026

Der International E-Waste Day findet jedes Jahr am 14. Oktober statt. Er wurde 2018 vom WEEE Forum und seinen Mitgliedern ins Leben gerufen, um die Öffentlichkeit für das wachsende Problem von Elektroschrott zu sensibilisieren und sie zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Elektrogeräten zu motivieren. Für die 9. Austragung des IEWD hat das WEEE Forum eine umfassende Studie zum Thema Fast Tech in Auftrag gegeben. Diese untersuchte erstmals länderübergreifend, wie europäische Verbraucherinnen und Verbraucherkleine, preisgünstige elektronische Geräte kaufen, nutzen und am Lebensende behandeln. Als Basis dienten die Antworten von 10245 Personen aus zwölf europäischen Ländern. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Verbreitung von Fast Tech: 86,8% der befragten Haushalte besitzen mindestens ein Fast-Tech-Produkt, und 77,6% habenallein im vergangenen Jahr mindestens ein Fast-Tech-Produkt gekauft. Mehr zur aktuellen Studie und dem IEWD erfahren Sie hier: sens.ch/iewd

SENS eRecycling

Als Expertin für die nachhaltige Wiederverwertung von ausgedienten Elektro- und Elektronikgeräten in und um das Haus, Leuchtmitteln und Leuchten, Photovoltaik-Systemen, Wärmepumpen, E-Zigaretten sowie Fahrzeug- und Industriebatterien trägt die Stiftung SENS seit 1990 entscheidend dazu bei, zukunftsweisende Massstäbe im eRecycling zu setzen. Sie schont Ressourcen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Die im SENS-Rücknahmesystem erbrachten Leistungen werden über einen marktkonformen vorgezogenen Recyclingbeitrag (vRB) finanziert. SENS eRecycling ist Mitglied bei Swiss Recycle, dem Schweizer Kompetenzzentrum für Recycling und Kreislaufwirtschaft sowie dem WEEE Forum, dem weltweiten Kompetenzzentrum für Elektroschrott, und bei Pronexa, der One-Stop-Shop-Lösung für die Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) in Europa.

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